Clausen-Muradian: Der MHH-Neubau soll ökologisch vorbildlich umgesetzt werden.

  • Veröffentlicht am: 10. Mai 2019 - 11:38
Dr. Elisabeth Clausen-Muradian
Foto: Sven Brauers, © Grüne Hannover

Im April 2019 hat die Landesregierung entschieden, den geplanten Ersatz- und Erweiterungsbau für die Medizinische Hochschule (MHH) auf bisher städtischen Flächen westlich des Stadtfelddamms zu errichten. Auf Grundlage eines Rahmenvertrages vom 31.03.1966 fordert das Land nun entsprechende Flächen, die die Landeshauptstadt Hannover bereitzustellen hat.

Dazu erklärt Dr. Elisabeth Clausen-Muradian, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion: „Wir bedauern sehr, dass das Land sich für das Grundstück westlich des Stadtfelddamms entschieden hat. Damit werden die vielen Kleingärten und Grabeländer überbaut und viele verlieren ihre angestammte grüne Oase. Wegen des Rahmenvertrages von 1966 sehen wir hier leider keine Einflussmöglichkeiten. Entschädigungen für die freizumachenden Kleingarten- und Grabelandverträge wird es geben und wir hoffen, dass die Betroffenen ihren Bedürfnissen entsprechend geeignete neue Parzellen finden.

Allerdings appellieren wir an das Land, dass es die MHH-Neubauten hinsichtlich Klimaschutz und Ökologie in vorbildlicher Weise realisiert. Auch in enger Abstimmung mit der Klimaschutzleitstelle der LHH. Das gilt auch für das bisherige MHH-Gelände: Bitte hinsichtlich Klimaschutz und ökologisch vorbildlich sanieren. Entsiegelung sollte dabei ein Grundprinzip sein, denn das MHH-Gelände gleicht bislang eher einer Betonwüste, was alles andere als klima- und umweltfreundlich ist.

Die derzeitigen Verkehrsplanungen zum Neubau der MHH sind uns noch zu autozentriert und lassen ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept bisher völlig vermissen. Bezüglich Radverkehr sehen wir den Bedarf, dass die Radverbindungen zur MHH mitbetrachtet und angebotsorientiert verbessert werden – für die vielen Mitarbeiter*innen, Besucher*innen, aber auch Anlieger*innen. Erforderlich ist auch eine zügige Anbindung der MHH-Neubauten an die Stadtbahn, zumal sich das Land für einen Standort abseits der Karl-Wiechert-Allee mit der bestehenden Stadtbahn entschieden hat. Für die Anbindung des Neubaus sollte aus meiner Sicht umgehend eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorgenommen werden, ausgehend von den Stadtbahnlinien 3/7/9 in der Podbielskistraße einen Abzweig durch die Klingerstraße und weiter durch die Karl-Wiechert-Allee mit einem Abzweig zu dem MHH-Neubau neuzubauen. Bei dieser Streckenführung könnte auch die Karl-Wiechert-Allee mit den vielen Büronutzungen besser angebunden werden.“

Hintergrund:

Auf der Tagesordnung des Ausschusses für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten am Freitag, 10. Mai 2019, 14 Uhr steht folgendes Thema: „Information über den Rahmenvertrag zur Errichtung einer Medizinischen Hochschule“ (Informationsdrucksache Nr. 1148/2019).

Die Aufgabe der Kleingärten und Grabeländer im Bereich der MHH-Erweiterung ist auch Bestandteil des Kleingartenkonzeptes der LHH (Ds Nr. 0881/2016).