Rede Silvia Klingenburg-Pülm, Schul- und Bildungsausschuss: Für vielfältiges Lernen und bedarfsgerechte Bildung

  • Veröffentlicht am: 24. Februar 2021 - 16:35

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Silvia Klingenburg
Silvia Klingenburg-Pülm, Foto: Sven Brauers, © Grüne Hannover

Rede von Silvia Klingenburg-Pülm zu den Haushaltsanträgen im Schul- und Bildungsausschuss am 24.02.2021. Es gilt das gesprochene Wort.

 

Für vielfältiges Lernen und bedarfsgerechte Bildung

„Durch die angespannte Haushaltssituation gilt es, die zukunftsweisenden Beschlüsse im Schul- und Bildungsbereich mit Augenmaß anzugehen. Daher bringen wir nicht allein finanziell hinterlegte Anträge auf den Weg, sondern setzten auch mit strategischen Begleitanträgen wichtige Schwerpunkte zum schulischen Leben in unserer Stadt.

Wir wollen nicht einzelne Schulformen fördern oder stärken, sondern inhaltliche Impulse setzen und Schulen unterstützen, die eine besondere Arbeit machen; egal welche Schulform auch immer auf dem Türschild steht.

So wird beispielsweise das Programm „Schulen mit besonderen Herausforderungen“ wieder mit Förderung hinterlegt, in der Anzahl der Schulen erweitert und auch die Oberschule Pestalozzischule in das Programm aufgenommen.

Besonders wichtig ist uns die Stärkung von Schüler*innen, die aufgrund der Pandemie oder persönlicher Herausforderungen Schwierigkeiten haben, erfolgreich in der Schule zu lernen. Daher setzen wir uns für den Erhalt der vielfältig und wirkungsvoll arbeitenden Sommerschule ein. Im vergangenen Jahr hat sich das Projekt für die beteiligten Schüler*innen der Grundschulen als sehr erfolgreich erwiesen. Deshalb wollen wir es ausbauen und intensivieren, indem wir es von den Herbst- in die Sommerferien verschieben. Schüler*innen, die eine spezielle Unterstützung benötigen, können in den Sommerferien mit Bildungs- und Erlebnisangeboten gefördert werden und so wieder Interesse am Lernen entwickeln. Aus unserer Sicht ein wichtiges Angebot für Bildung und Teilhabe.

Hinzu kommt der Haushaltsbegleitantrag, in dem die Verwaltung aufgefordert wird zu prüfen, inwieweit das spezielle Angebot für Familien in Obdachlosenunterkünften mit Vor- und Grundschulkindern im Rahmen des Programms Rucksack dauerhaft eingerichtet werden kann. Sichere Mehrsprachigkeit und der Blick über den kulturellen Tellerrand öffnen Türen, dass sollte allen zu Gute kommen.

Wichtig ist uns weiterhin, den Schüler*innen, die in der Stadt leben, den Zugang zu Natur zu erhalten und ihnen bewusst zu machen, wie wichtig Nachhaltigkeit, Biodiversität, Ernährung und Gesundheit sowie grüne Oasen für ein gesundes Leben sind.

So soll die Stadtverwaltung auf unseren Wunsch hin prüfen, in wie weit der Kronsberg als Lernort des Schulbiologiezentrums eingebunden werden kann. Denkbar sind dort Bildungsangebote und praktischer Unterricht, diese könnten im "Park Agricole", auf landwirtschaftlich genutzten Flächen oder dem Schulwald der IGS Kronsberg stattfinden.

Besonders nah können wir den Schüler*innen die Natur bringen, in dem die Schulhöfe entsprechend gestaltet werden. In greifbarer und erlebbarer Nähe zum Unterricht sowie als Bereicherung und Ort der Entspannung in den Pausen. 50% der Mittel für Schulhöfe aus dem Bereich Gebäudemanagement sollen daher auf unsere Initiative hin genutzt werden, um bestehende Schulhöfe von Grundschulen und weiterführende Schulen naturnäher und klimafreundlicher zu gestalten. Die Barrierefreiheit soll ganz klar beibehalten werden, um allen Schüler*innen größtmögliche Bewegungsfreiheit zu erhalten.

In den naturwissenschaftlichen Bereich fällt auch eine Förderung, die im Energie LAB an der Leonore-Goldschmidt-Schule die Stelle einer Laborassistenz ermöglicht.

Neben den eher inhaltlich ausgerichteten Begleitanträgen gibt es weitere, die den Bau oder die Weiterentwicklung von Schulen betreffen. So machen wir Grüne uns dafür stark, dass die Verwaltung frühzeitiger mit der Planung eines Neubaus der IGS Linden beginnt, damit dieser vor 2030 fertiggestellt werden kann. Aus den Erfahrungen mit dem Neubau der IGS Büssingweg wissen wir, und ich ganz persönlich, wie viel Zeit solch eine Planung in Anspruch nehmen kann. Diese Erfahrungen wollen wir für den Bau der IGS Linden sinnvoll nutzen.

Weiterhin setzen wir uns in mehreren Haushaltsbegleitanträgen dafür ein, verschiedene Grundschulen schneller für den Ganztagsbetrieb vorzubereiten oder an anderen Schulen für mehr Plätze zu sorgen.

Es muss auf vielen verschiedene Ebenen etwas bewirkt werden, um Kindern und Jugendlichen eine umfassende Bildung zu ermöglichen. Gerade wenn die Schüler*innen nach dem zweiten Lockdown jetzt wieder in die Schule kommen, werden die Lerngruppe so heterogen sein wie noch nie und die unterschiedlichen Bedürfnisse umso deutlicher. Die Schulen arbeiten stetig daran, wie sie alle Schüler*innen am jeweils individuellen Lernstand abholen können. Dazu können auch außerschulische Orte beitragen. Daher setzen wir uns für vielfältiges Lernen und eine bedarfsgerechte Bildung ein.

Bedanken möchte ich mich bei allen, die das ermöglichen.“

 

Die Anträge von SPD, Grünen und FDP zum Doppelhaushalt 2021/2022 im Schul- und Bildungsbereich im Überblick:

  • Ausweitung der Sommerschule, Auffangen von Lerndefiziten, Bildungs- und Teilhabechancen verbessern: +100.000,- € in 2021 und 2022
  • Energie-LAB an der Leonore-Goldschmidt-Schule, Einrichten einer Stelle zur Laborassistenz: +27.000,- € in 2021 und +54.000,- € in 2022
  • Fortführung des Programms „Schulen mit besonderen Herausforderungen“: +300.000,- € in 2021 und +350.000,- € in 2022
  • Begleitantrag: Möglichkeiten des Kronsbergs als Lernort für das Schulbiologiezentrum prüfen.
  • Begleitantrag: Programm Rucksack-Schule zur Unterstützung von Familien in Obdachlosenunterkünften prüfen.
  • Begleitantrag: Vorbereitung der Überführung weiterer Grundschulen in den Ganztag
  • Begleitantrag: Bedarf neuer Grundschulplätze in Linden-Limmer und der Südstadt prüfen.
  • Begleitantrag: Erweiterung der GS Wettbergen, Prüfung zur Absicherung des Bedarfs an Grundschulplätzen.

Durch den Fachbereich Stadtentwicklung und Bau/Gebäudemanagement eingebracht:

  • Beschleunigung der Planungen für den Neubau der IGS Linden, damit mit dem Bau der neuen Schule früher begonnen und so die Schule wesentlich früher als 2030 fertiggestellt werden kann.
  • Naturnahe Schulhöfe: Zweckbindung von 100.000 € ab 2021 für Projekte für mehr Naturnähe auf Schulhöfen. Dabei ist darauf zu achten, dass es dadurch keine Einschränkungen im Bereich der Inklusion und der Barrierefreiheit gibt.
  • Schulzentrum Anderten: Die Modernisierung und Sanierung des Schulzentrums Anderten soll vorgezogen werden. Dafür werden im Jahr 2022 1 Mio. € zur Verfügung gestellt.
  • Grundschule Vinnhorst: Die Sanierung der Grundschule Vinnhorst soll vorgezogen werden. Dafür werden im Jahr 2021 0,5 Mio. € und im Jahr 2022 1 Mio. € zur Verfügung gestellt.
  • Grundschule Auf dem Loh: Die Sanierung der Grundschule Auf dem Loh soll zugunsten der vorgezogenen Sanierung der Grundschule Vinnhorst verschoben werden.
  • Grundschulerweiterung in Misburg-Anderten: Die Verwaltung soll mit den Planungen für eine langfristige Erweiterung der bestehenden Grundschulen in Misburg-Anderten beginnen.
  • Neue Grundschule in Ahlem-Badenstedt-Davenstedt: Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Planung einer neuen drei- bis vierzügigen Ganztagsgrundschule für den Stadtbezirk Ahlem-Badenstedt-Davenstedt zu beginnen.
  • Neue Grundschule in der Albrecht-Dürer-Förderschule: Die Verwaltung soll prüfen, inwieweit es möglich ist, im Gebäude der auslaufenden Albrecht-Dürer-Förderschule zum Schuljahr 2022/2023 eine Ganztagsgrundschule einzurichten.
  • Bezirkssportanlage Roderbruch: Jeweils 250.000 € in 2021 und 2022 für die Sanierung der Bezirkssportanlage Roderbruch zur Wiederherstellung der Betriebssicherheit für den Schulsport der benachbarten IGS Roderbruch.
  • 3-Feld-Sporthalle IGS Vahrenheide-Sahlkamp: Die Verwaltung wird beauftragt, für den Bau einer 3-Feld-Sporthalle für die IGS Vahrenheide eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.