Grüne: Heim-TÜV für Flüchtlingsunterkünfte?

  • Veröffentlicht am: 6. April 2017 - 14:17
Dr. Freya Markowis
Dr. Freya Markowis Foto: Sven Brauers, © Grüne Hannover

Die Grünen beantragen im heutigen Internationalen Ausschuss eine Anhörung zu sozialarbeiterischen Standards in Flüchtlingsunterkünften.

„Die Stadt Hannover ist gut aufgestellt, was die Unterbringung von geflüchteten Menschen angeht. Es gab keine Zelte und wir haben eine sehr gute Betreuungsquote. Aber die Betreuung und der Umgang in den einzelnen Standorten variieren stark“, betont Freya Markowis, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

„Das führt bei BewohnerInnen und Ehrenamtlichen zu Verwirrung und stiftet Unfrieden“, erklärt Markowis.

„Knapp 4000 Geflüchtete wohnen in städtischen Unterkünften und werden nach den Maßgaben der Hannoverschen Standards betreut. Aber was passiert, wenn die Qualität einmal nicht dem entspricht,  was wir gern hätten? Können die Rahmenbedingungen angepasst werden, um bessere Qualität zu erreichen? Was brauchen die Geflüchteten, was sind gute Rahmenbedingungen für die Sozialarbeit? Diesen Fragen möchten wir mit der beantragten Anhörung nachgehen“, führt Markowis aus.

Hintergrund:
Im heutigen Internationalen Ausschuss wird über den Antrag zu einer Anhörung zu Sozialarbeite-rischen Standards in Flüchtlingsunterkünften der Grünen Ratsfraktion beraten. 
Hannover nimmt mit dem Leitbild zur Unterbringung von geflüchteten Menschen (DS2781/2012, in Verbindung mit DS1583/2011) eine Vorbildfunktion ein. Insbesondere der Betreuungsschlüssel von 1,5:50 bzw. 1:60 und die Wohnberatung nach 12 Monaten sind beispielhaft für einen integrativen Ansatz der Unterbringung von geflüchteten Menschen. Diese sowie die Grundsätze über den Betrieb von Aussiedler- und Flüchtlingswohnheime in der Landeshauptstadt Hannover gelten natürlich weiterhin.
Doch es hat sich gezeigt, dass diese Vorgaben von den verschiedenen BetreiberInnen unterschied-lich gedeutet werden und insbesondere eine einheitliche sozialarbeiterische Haltung fehlt, so dass die Umstände für die geflüchteten Menschen je nach Wohnort stark variieren. Die Anhörung soll aufzeigen, wie einheitliche sozialarbeiterische Standards in Hannovers Flüchtlingsunterkünften aus-sehen sollten und umgesetzt werden können.