Grüne wollen Projekt ´Öko-Taxis´ für Hannover als Beitrag zur Luftreinhaltung

  • Veröffentlicht am: 20. Oktober 2016 - 13:08
Dr. Elisabeth Clausen-Muradian
Foto: Sven Brauers, © Grüne Hannover

Clausen-Muradian: „VW sollte sich wirtschaftlich nennenswert beteiligen, sie haben zum Diesel-Hype beigetragen!“

„Ein Projekt ´Öko-Taxis´ könnte ein Baustein im Rahmen des dringenden Handlungsbedarfes zur Luftreinhaltung in Hannover sein“, sagt Dr. Elisabeth Clausen-Muradian, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion. „VW sollte das Projekt wirtschaftlich nennenswert unterstützen, schließlich hat auch VW für den Diesel-Hype gesorgt. In der Folge sollte VW sich an Maßnahmen gegen Stickoxide aus Dieselfahrzeugen beteiligen“, so Clausen-Muradian.

Laut den Grünen könnten es mehr Gas-Taxis sein, als bislang, am besten allerdings E-Taxis. „Interessant wäre solch ein Projekt, weil Taxis Vielfahrer in der Stadt sind und bislang überwiegend mit Diesel betrieben werden“, so Clausen-Muradian.

Erfahrungen mit Elektro-Taxis hat laut den Grünen beispielsweise Stuttgart aus dem Forschungsprogramm Schaufenster Elektromobilität. Wichtig sind demnach zum Beispiel Schnell-Ladesäulen speziell für Taxis, am besten direkt am Taxistand, um gute Tagesreichweiten zu erreichen. Wichtig sind auch wirtschaftlich gute Stromtarife.

„Ich fände es gut, wenn die Stadtverwaltung, Vertretungen der Taxi-Unternehmen, die Stadtwerke und VW sich zusammensetzen, um auf Basis bestehender Erfahrungen ein gutes Projekt für Hannover zu kreieren!“, so Clausen-Muradian.

„Ein Projekt ´Öko-Taxis´ würde laut den Grünen gut zu VW passen, denn ein Strategiewechsel bei VW sowie VW Nutzfahrzeuge in Richtung Elektromobilität und andere klimaschonende Antriebe wäre ein guter Schritt, um die Krise als Chance zur zukunftsfähigen Neuausrichtung zu ergreifen“, so Clausen-Muradian.

Allerdings muss unbedingt auch die Bundesregierung ihren Beitrag zur Luftreinigung leisten: „Sie subventioniert Dieselkraftstoff und läßt sich die Steuervergünstigung für Diesel jährlich fast 8 Milliarden Euro kosten. Die Elektromobilität fördert der Bund dagegen lediglich mit 1 Milliarde Euro über mehrere Jahre. Kontraproduktiver geht es kaum!“, ärgert sich Clausen-Muradian.

Hintergrund:

Über das elektrische Antriebskonzept lassen sich Abgas- und Geräuschemissionen praktisch auf null reduzieren. Dies gilt jedenfalls dann, wenn der Ladestrom der Fahrzeugbatterien ausschließlich aus regenerativen Energien wie Wind- oder Solarkraft gewonnen wird.

Medienberichten zufolge plant VW die Entwicklung eines Elektrifizierungsbaukastens für verschiedene Automarken des Konzerns sowie auch für leichte Nutzfahrzeuge. Letztere werden am Standort Hannover produziert.