Mark Bindert: Hannover braucht mehr Photovoltaikanlagen!

  • Veröffentlicht am: 1. April 2019 - 11:16
Mark BIndert
Foto: Sven Brauers, © Grüne Hannover

„Die aktuelle Energie- und CO2-Bilanz für die Landeshauptstadt Hannover 1990 - 2015 zeigt, dass wir dringend mehr Solarstrom in Hannover erzeugen müssen“, erklärt Mark Bindert , umwelt- und energiepolitischer Sprecher der Ratsgrünen. Denn bis heute deckt die PV-Stromerzeugung nur 1 % des hannoverschen Stromverbrauchs ab. Ein zwischen 1990 und 2015 um 15 % gestiegener Stromverbrauch ist jedoch dafür mitverantwortlich, dass die Stadt Hannover ihr Klimaschutzziel einer Reduzierung der CO2-Emmissionen bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 wohl nicht erreichen wird.

 

„Bereits seit Jahren werden in Hannover bei Bebauungsplänen ökologisch wertvolle Gründächer vorgegeben, die zudem auch noch den Wirkungsgrad von Solaranlagen erhöhen“, lobt Bindert. „Aber leider sind die Dachflächen von Gebäuden darüber hinaus nur statisch und mit Leerrohren so auszulegen, dass eine Belegung mit PV-Modulen möglich ist, eine Installation von PV-Anlagen wird aber nicht verlangt. Dadurch werden bislang in Hannover zu wenige Photovoltaikanlagen tatsächlich auch realisiert.“, bedauert der grüne Energiepolitiker.

 

Die Grünen haben daher zusammen mit ihren Bündnispartner*innen die Stadtverwaltung beauftragt, bis Ende 2019 Leitlinien zur Herstellung bzw. Vorhaltung einer Photovoltaikanlage bei Neubauten zu erarbeiten und den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorzulegen, Dabei soll die Möglichkeit einer Dachbegrünung ebenfalls Gegenstand der Betrachtung sein und dementsprechend auch der Umgang mit Dachbegrünung in Bebauungsplänen (lnfo-Drucksache Nr. 1785/2012) angepasst werden. Mit Hilfe der Leitlinien soll künftig bei Grundstückskaufverträgen der Stadt, bei Abschluss städtebaulicher Verträge und ggf. bei Bebauungsplänen möglichst die Installation von Photovoltaikanlagen vereinbart werden.

 

Bindert: „Wegen der stark abgesenkten Einspeisevergütung ist eine PV-Anlage derzeit meist nur wirtschaftlich, wenn der Strom zum größten Teil selbst verbraucht werden kann und damit teuren Netzbezug ersetzt. Hier bieten sich für Miethäuser Mieterstrom-Modelle an, wobei die PV-Anlagen von Stadtwerken, von Energieversorgungs-Unternehmen (EVUs) oder von Energie-Genossenschaften betrieben werden können. Der Vorteil für die Vermieter*innen ist dabei, dass sie durch die niedrigeren Nebenkosten die Attraktivität ihres Mietshauses steigern können. Und da Mieter*innen mit geringerem Einkommen überproportional viel für ihren Strombezug bezahlen, ist mit dem Mieterstrom auch eine soziale Komponente verbunden.“

 

Hintergrund:

Im Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen wird heute (Montag, 01.04.19) der gemeinsame Antrag der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und der FDP im Rat der Landeshauptstadt Hannover zu „Leitlinien zur Herstellung bzw. Vorhaltung einer Photovoltaikanlage bei Neubauten“ (Drucksache Nr. 0661/2019) behandelt. Auf der Tagesordnung des Umweltausschusses steht außerdem die Energie- und CO2-Bilanz für die Landeshauptstadt Hannover 1990 – 2015 (Info-Drucksache Nr. 0658/2019).