Steinhoff fordert: Her mit der kommunalen Verordnung zur Katzenkastration!

  • Veröffentlicht am: 20. August 2018 - 14:19
Renee Steinhoff
Foto: Sven Brauers, © Grüne Hannover

Die Katzenhilfe schlägt Alarm: Laut HAZ vom 20.08.2018 leben bereits 21.000 wilde Katzen in Hannover.

Dazu erklärt Renee Steinhoff, finanz-, rechts- und ordnungspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion: Wir müssen die unkontrollierte Vermehrung freilaufender Katzen vermeiden. Es wird Zeit, dass die Stadtverwaltung eine Katzenkastrationsverordnung erarbeitet und den Ratsgremien zur Beschlussfassung vorlegt. Handlungsbedarf sehen wir hier bereits seit langem. Seit Juli 2017 sind wir dazu auf Grundlage eines Antragsentwurfes im Gespräch mit der Verwaltung und unseren Partner*innen. Wir dürfen Ehrenamtliche und engagierte Tierschützer*innen mit dem Problem nicht im Regen stehen lassen. Schließlich hat das Land unter rot-grün Anfang 2017 die Voraussetzungen geregelt, dass eine Kommune eine Verordnung zur Katzenkatastration erlassen darf.

Hintergrund:

Am 07.03.2017 hatte die Nds. Landesregierung eine Änderung der sogenannten Subdelegationsverordnung verabschiedet. Damit wurden Kommunen ermächtigt, für ihr Gebiet die Kennzeichnung, Registrierung oder Kastration von freilaufenden Katzen vorzuschreiben, auch auf Grundlage des Tierschutzgesetzes. Private Katzenhalter*innen , die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, können damit in die Pflicht genommen werden, ihre Katze kastrieren, z. B. mittels Mikrochip kennzeichnen und in einer Datenbank für Haustiere registrieren zu lassen.

Zweck von Kastrationen ist die Vermeidung von unkontrollierten Vermehrungen freilaufender Katzen. Damit wird der Verwahrlosung von Katzen vorgebeugt. Auch dient die Maßnahme dem Vogelschutz bzw. dem Schutz brütender Vögel.

Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund 3,2 Millionen Katzen ohne menschliche Aufsicht und Pflege, davon deutlich mehr als 200.000 in Niedersachsen. Deren unkontrollierter Freigang führt zu einem Anstieg der Population verwilderter Katzen. In freier Wildbahn leiden die domestizierten Tiere häufig unter Verletzungen sowie Infektionskrankheiten und haben insgesamt eine geringere Lebenserwartung.

Neben der genannten Subdelegationsverordnung verbesserte das Land Niedersachsen unter rot-grün den Katzenschutz über die Tierheime. Das Landwirtschaftsministerium förderte den Verband Niedersächsischer Tierschutzvereine (VNT), worüber Tierheime Mittel für die Kastration und Kennzeichnung von untergebrachten Hauskatzen und Hauskatern beantragen können. Dies steigert die Vermittlungschancen der in Tierheimen untergebrachten Katzen.

Nach einer Pressemitteilung des Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 10.01.2018 verschärft sich das Problem obdachloser Katzen durch unkontrollierte Vermehrung von Jahr zu Jahr.

 

 

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