Rede von Mark Bindert zum Sportausschuss: Neubau Fössebad und Förderung von Vereins- und Free-Sport

  • Veröffentlicht am: 8. Februar 2021 - 16:37

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Mark BIndert
Mark Bindert, Foto: Sven Brauers, © Grüne Hannover

Es gilt das gesprochene Wort.

Schwerpunkte: Neubau Fössebad und Förderung von Vereins- und Free-Sport

"Unter Berücksichtigung der coronabedingt angespannten Haushaltssituation der Stadt Hannover wollen wir mit unseren gemeinsamen Rot-Grün-Gelben Anträgen zum Doppelhaushalt 2021/22 wichtige Impulse zur Förderung des Sports in unserer Stadt geben. Schwerpunkte unserer Haushaltsanträge im Sportbereich sind dabei der Neubau des Fössebads und die Förderung sowohl des Vereinssports wie auch des Freesports.

Durch jahrelangen Bürger*innenprotest aus allen westlichen Stadtteilen und unter Mitwirkung des Bezirksrates Linden-Limmer setzte sich auf städtischer Ebene die Erkenntnis durch, dass ein Neubau der Fössebades einer Sanierung vorzuziehen ist. Der Rat hat daher 2017 den Neubau des Fössebads beschlossen und diesen Beschluss im letzten Jahr dahingehend ergänzt, dass auch ein ca. 500 m² großes Außenbecken mit Kindererlebnisbereich und Außenanlagen errichtet werden soll. Wodurch das Fössebad, das 1960 als erstes kombiniertes Hallen- und Freibad Deutschlands eröffnet wurde, auch künftig in neuer Form als Kombibad erhalten bleibt.

Diese politischen Beschlüsse wollen wir nun schnellstmöglich umsetzen. Wobei es aufgrund der Haushaltssituation leider zwingend erforderlich ist, die Terminplanung für den Neubau anzupassen. Spätestens aber im August 2027 soll das neugebaute Fössebad in Betrieb genommen werden. Zur Finanzierung haben wir Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 20 Mio. € zu Lasten des Jahres 2025 und in Höhe von 10 Mio. € zu Lasten des Jahres 2026 in den Haushalt eingestellt. Zudem haben wir die Verwaltung beauftragt, Bundesfördermittel für den Neubau des Fössebads zu akquirieren.

Den Turn Klubb zu Hannover (TKH) wollen wir dabei unterstützen, das Sportgelände in Kirchrode zu einem inklusiven Familiensportzentrum um- und auszubauen. Da diese Maßnahme den strategischen Zielen der Sportentwicklungsplanung sowohl in Hinsicht auf die Vorhaltung einer zeitgemäßen Sportinfrastruktur als auch in Bezug auf die Ziele zur Steigerung des Sportengagements nachkommt, wollen wir für die Realisierung des Familiensportzentrums in den nächsten drei Jahren insgesamt 1,5 Mio. Euro zur Verfügung stellen.

Neben dem TKH mit dem Familiensportzentrum Kirchrode plant auch die „Gleis D“-Initiative mit dem olympiakonformen Ausbau zu einem „BMX und SKATE PARK“ und einer „BMX und SKATE STREET“ ein größeres Sportprojekt. Da die Förderung dieser Sportprojekte aber die finanziellen Kapazitäten der Stadt Hannover - insbesondere in Coronazeiten - übersteigen, haben wir die Verwaltung beauftragt, zur Realisierung solcher innovativen Sportgroßprojekte Mittel aus Sportförderprogrammen des Bundes wie dem Programm "Zuweisung an die Länder zur Förderung städtebaulicher Maßnahmen (Investitionspakt Sportstätten)" und dem Programm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" einzuwerben.

Die hannoverschen Sportvereine stehen aktuell vor großen Herausforderungen (u. a. Mitgliederbindung und -gewinnung, Rekrutierung ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen), die sie teilweise als einzelne Vereine nicht allein mehr bewältigen können. Durch Ressourcenzusammenlegung in Form von Kooperationen oder Fusionen kann die Effizienz der Sportvereine gesteigert und deren Zukunftsfähigkeit auf Dauer sichergestellt werden, um so die vielfältige hannoversche Sportvereinslandschaft zu erhalten, die wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hannover beiträgt. Stadt und Stadtsportbund unterstützen und fördern zwar die Zusammenarbeit von Sportvereinen, es gibt aber bisher keine Servicestelle die Vereine zu Kooperationen oder Fusionen berät, solche Projekte ggf. auch selbst initiiert und Strategien für Vereinskooperationen, insbesondere auf Stadtteilebene, entwickelt. Wir wollen daher, dass die Verwaltung zusammen mit dem Stadtsportbund bis zur Sommerpause 2022 ein Konzept für die Einrichtung einer städtischen Servicestelle für die Förderung von Kooperationen und Fusionen von Sportvereinen entwickelt.

Laut der Sportentwicklungsplanung treiben ca. 80 % der Menschen in Hannover Sport, die Mehrheit von etwa 60 % ist dabei im unorganisierten Bereich unterwegs und nutzt dabei auch Sport- und Bewegungsangebote im öffentlichen Raum. Zu dieser Gruppe gehören auch Menschen, die sich im Bereich des Fun-Sports und des Freestyle-Sports betätigen und spezielle Angebote für die Ausübung ihres Sports benötigen. Trotz Bedarfs wurden jedoch in 2019 und 2020 keine Projekte von der Stadt gefördert. Zukünftig sollen hingegen wieder verstärkt Projekte aus dem Bereich des Fun-Sports und des Freestyle-Sports gefördert werden, deshalb haben wir die städtischen Mittel für den Funsport ab 2021 von 5.000 Euro wieder auf 11.400 Euro erhöht.

Abschließend möchte ich mich noch bei Angelo Alter und Andreas Bingemer für die gute Zusammenarbeit bei den gemeinsamen Haushaltsberatungen bedanken.

Vielen Dank!"



Anträge von SPD, Grünen und FDP zum Doppelhaushalt 2021/22

im Sportausschuss am 08.02. im Überblick:

  • Neubau des Fössebads bis 2027: Das neugebaute Fössebad soll spätestens im August 2027 in Betrieb genommen werden. Zur Finanzierung werden Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 20 Mio. € zu Lasten des Jahres 2025 und in Höhe von 10 Mio. € zu Lasten des Jahres 2026 in den Haushalt eingestellt. Zudem wird die Verwaltung beauftragt, Bundesfördermittel für den Neubau des Fössebads zu akquirieren.
  • Förderung des Familiensportzentrums des TKH: Für die Realisierung des inklusiven Familiensportzentrums des TKH in Kirchrode werden in den Jahren 2021, 2022 und 2023 jeweils 500.000 € von der Verwaltung bereitgestellt.
  • Modernisierung der Laufbahn der Bezirkssportanlage Bothfeld: Für die Modernisierung der Laufbahn der Bezirkssportanlage Bothfeld werden in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt bis zu 640.000 € von der Verwaltung bereitgestellt.
  • Akquirierung von Bundesfördermitteln für größere Sportprojekte: Die Verwaltung soll Mittel aus Sportförderprogrammen des Bundes für größere Projekte von hannoverschen Sportvereinen und von Vereinen/Initiativen aus dem Bereich des Fun- und Freestyle-Sports, wie z.B. dem Familiensportzentrum Kirchrode des TKH und dem „BMX und SKATE PARK“ der „Gleis D“-Initiative, akquirieren.
  • Servicestelle für die Förderung von Kooperationen und Fusionen von Sportvereinen: Die Verwaltung soll zusammen mit dem Stadtsportbund ein Konzept für die Einrichtung einer städtischen Servicestelle für die Förderung von Kooperationen und Fusionen von Sportvereinen entwickeln.
  • Förderung Funsport: Der Ansatz für den Sammeltopf Funsport wird ab 2021 von 5.000 € wieder auf 11.400 € erhöht.
  • Erhöhung der Zuwendungen für Übungsleitende an Vereine: Zur Entlastung der Sportvereine in Coronazeiten werden die Mittel für Zuwendungen für Übungsleitende einmalig im Jahr 2021 um 208.600 € auf 595.538 € erhöht. Teilweise gegenfinanziert werden soll die Erhöhung durch eine einmalige Absenkung der Mittel für den Vereinsstättenbau.
  • Bewegungspass: Für die Durchführung des Bewegungspasses erhält der Stadtsportbund Hannover ab dem Haushaltsjahr 2021 eine zusätzliche Zuwendung in Höhe von 10.000 € jährlich.
  • Kürzung bei Eventmanagement: Da aufgrund der Corona-Pandemie der alljährliche Neujahrsempfang nicht stattfinden konnte, wird der Haushaltsansatz um 40.000 € gekürzt.