Silvia Klingenburg-Pülm: Rede im Schul- und Bildungsausschuss

  • Veröffentlicht am: 27. September 2018 - 10:32
Silvia Klingenburg
Silvia Klingenburg ( Foto: Sven Brauers, © Grüne )

Rede im Schul- und Bildungsausschuss vom 29.09.2018

Silvia Klingenburg-Pülm,

Schul- und bildungspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion

 

Dem Bedarf gerecht werden: Elternbefragung und integrative Schulformen im Grünen Fokus

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

dass wir Grünen kein 18. Gymnasium als nächste Schule in Hannover haben wollen, ist kein Geheimnis. Wir haben mit unseren Partner*innen lange gerungen. Im Vordergrund stand das von der Verwaltung vertretene Argument, dass sie durch die Vorgaben des Schulgesetzes gezwungen sind, zu handeln. Wir Grüne haben jedoch große Zweifel an der Interpretation der Zahlen zum Anwahlverhalten der Eltern. Da gehen die Meinungen von uns, unseren Partner*innen und der Verwaltung weit auseinander. Wir haben aber erreicht, dass wir miteinander folgende Punkte verabreden konnten, die sich in unserem Zusatzantrag zur Drucksache wiederfinden. Wir haben darüber hinaus Punkte verabredet, die für uns für die Ausgestaltung des 18. Gymnasiums wichtig sind und die ich deshalb jetzt hier erwähnen möchte.

  1. Das Wichtigste: Es wird eine Elternbefragung aller Grundschulkinder über die angestrebte weiterführende Schule geben. Wir erwarten so neben den Zahlen der Prognose, die ja immer wieder von der Realität abweichen, valide Zahlen zur Unterstützung der Schulentwicklungsplanung zu bekommen. 2011 wurde schon einmal eine Elternbefragung durchgeführt. Dabei wollten 55% aller Eltern ihr Kind an einer IGS anmelden, was zur Gründung der IGS Bothfeld und Südstadt geführt hat.
  2. Außerdem haben wir eine für uns Grüne wichtige Verabredung im Rahmen unserer Verhandlungen beschlossen: Die folgende weiterführende Schule wird eine IGS sein. Für uns ist ein integratives Schulsystem definitiv das Ziel, eine Schule die das Wohl der Schüler*innen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt, eine Schule, die inklusiv arbeitet, d.h. alle Schüler*innen mit ihren Stärken, Begabungen und Benachteiligungen individuell fördert. Diese Planung wird auch vom OB unterstützt, wie er in einem Gespräch ausgeführt hat. Wir werden zum Haushalt einen Antrag dazu stellen und da sich alle drei Fraktionen im Klärungsgespräch in diesem Punkt einig waren, muss dieser Antrag in den Haushaltsverhandlungen beschlossen werden.

Trotzdem wird es ein 18. Gymnasium geben.

Darüber hinaus müssen wir zu folgenden Punkten handeln:

  1. 2015 haben Rot/Grün einen Antrag zur Erstellung eines Konzeptes, wie in der Außenstelle der Käthe-Kollwitz-Schule eine IGS entstehen soll, gestellt. Dieser Antrag wurde im VA beschlossen. Wir erwarten nun, dass der Antrag zügig umgesetzt, dem Schul- und Bildungsausschuss zeitnah das Konzept vorgelegt wird und nicht in der Schublade verschwindet.
  2. So lange Inklusion zum allergrößten Teil in den IGSen stattfindet, benötigen diese Schulen eine besondere Unterstützung. Dazu werden wir einen Haushaltsbegleitantrag stellen.
  3. Außerdem erwarten wir vom Schulträger die bereits zugesicherten Maßnahmen, wie Inklusion auch an Gymnasien Fuß fassen kann. Auch dazu wird es einen Haushaltsbegleitantrag geben.

Frau Rzyski, Sie haben zugesagt, sich dafür einzusetzen, dass diesem 18. Gymnasium eine Pädagogik zugrunde liegt, die weder Sitzenbleiben noch Abschulen vorsieht, Schüler*innen in ihrem eigenen Rhythmus arbeiten können und mit der notwendigen Unterstützung zu dem für sie größtmöglichen Lernerfolg kommen lässt. Eine Schule, die mit den notwendigen Fachräumen für Inklusion ausgestattet wird, also über eine Lehrküche, einen Werkraum und einen Raum für Textiles Gestalten verfügt, ebenso wie selbstverständlich Pflegeräume und Therapieräume.

Ein 19. Gymnasium wird es nicht geben und das ist unser Erfolg.

 

Liebe Vertreter*innen der Lehrer*innenschaft!

Nun zu Ihrem Änderungsantrag. Bei dem Fachtag soll laut Frau Rzyski auch das Bündnis für eine neue Schule in die Arbeit und Ideen eingebunden werden. Das ist für mich eine ganz wichtige Aussage. So können alle Akteur*innen, die unter Schule etwas Anderes verstehen als ein Gymnasium, dort gemeinsam an einer Schule der Zukunft arbeiten. Darauf baue ich. Ich werde Ihren Antrag heute ablehnen müssen, da er zu früh gestellt wird. Aber ich werde sehr gerne im Bündnis weiter mitarbeiten und bis März die Schule für Hannover mit entwickeln.