Hannover soll Qualitätstest-Stadt für E-Mobilität im Bereich E-Taxis werden

  • Veröffentlicht am: 16. Mai 2017 - 17:51
vlnr: Herr Frenzel, Herr Pettkau, Frau Clausen-Muradian, Herr Jacobi
vlnr: Herr Frenzel, Herr Pettkau, Frau Clausen-Muradian, Herr Jacobi, Foto von Tim Schaarschmidt

Grüne wollen Pilotprojekt E-Taxis für Hannover
Clausen-Muradian: „Wäre ein guter Beitrag für zukunftsträchtige motorisierte Mobilität in Hannover, und zwar im gewerblichen Bereich!“

„Wir möchten die Verwaltung beauftragen, im Rahmen der bereits bestehenden Projektinitiative Urbane Logistik ein Pilotprojekt E-Taxis für Hannover zu organisieren!“, sagt Dr. Elisabeth Clausen-Muradian, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion.

„Ein Pilotprojekt E-Taxis und evtl. auch E-Mietwagen wäre für Hannover ein guter Beitrag für zukunftsträchtige motorisierte Mobilität, und zwar im gewerblichen Bereich“, so Clausen-Muradian.

„Fahrzeughersteller würden sich in der niedersächsischen Landeshauptstadt als zukunftsgewandter Autoproduzent präsentieren können. Für Fahrzeug- bzw. Taxischwerpunkthändler wäre das Pilotprojekt eine Gelegenheit, sich als Dienstleister im Bereich Reparatur, Wartung und Mietwagen mit zukunftsgewandter Technik zu präsentieren“, sagt Clausen-Muradian.

„Darüber hinaus können Elektrofahrzeuge ihren Beitrag zur Luftreinhaltung leisten, insbesondere als zukünftiger Ersatz für bislang überwiegend Diesel-betriebene, vielfahrende Taxifahrzeuge, vor allem in der Innenstadt bzw. in der Umweltzone“, so die Grüne.

Vielleicht wäre ein Pilotprojekt für Hannover mit VWN bzw. VW denkbar, und zwar mit E-Fahrzeugen wie dem T 7 ab dem Jahr 2020 als Großraum-E-Taxi und dem VW-ID ab dem Jahr 2020 als Voll-Elektro-Fahrzeug mit 500 km Reichweite.

Von den einzubeziehenden Einrichtungen könnte laut den Grünen beispielsweise folgendes know how eingeholt werden:
Fahrzeughersteller wie z. B. VWN und VW könnten das Projekt wirtschaftlich nennenswert unterstützen und die nötigen taxitauglichen E-Fahrzeuge liefern. Das heißt Fahrzeuge mit  Qualitätsanforderungen in Form von Größe und Komfort sowie ausreichender Reichweite. Vielleicht könnte VWN bzw. VW Fahrzeuge als subventionierte Mietmodelle zur Verfügung stellen.
Eine Firma wie zum Beispiel Gessner & Jakobi,  Taxischwerpunkthändler der Volkswagen AG und Elektrostützpunkt, bei dem auch viele Taxifahrzeuge repariert/gewartet werden, könnte E-Fahrzeuge als Ersatzwagen für Taxiunternehmen in Hannover anbieten (Leihfahrzeuge für die Zeit von ca. 1-2 Tagen während der Reparatur/Wartung). Ebenso E-Mietwagen.
Das Land Nds. bzw. Wirtschaftsministerium sollte eine Ausnahmegenehmigung für das Pilotprojekt erteilen, in dem vom Fahrzeughersteller mit Taxipaket gelieferte Taxifahrzeuge im Hinblick auf das Konformitätsverfahren für das Taxameter zugelassen werden (Hintergrund: Das neue Mess- und Eichgesetz des Bundes seit 2015, welches durch die Länder umzusetzen war).
Alternativ kann geprüft werden, ob über die Firma Intax eine Herrichtung eines Taxi-tauglichen Fahrzeugs machbar ist.
Stadtwerke Hannover, ggf. üstra bei Nähe der Ladesäulen zur Stadtbahn: Erneuerbarer Strom, wirtschaftlich gute Stromtarife
Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen e.V., Bezirksgruppe Hannover, Taxi und Mietwagen (GVN) kennt das praktische Anforderungsprofil für das Taxigewerbe.

„Eine wichtige Voraussetzung ist eine Ladeinfrastruktur, zunächst mit einem Netz von rund 10 Schnell-Ladesäulen!“, sagt Clausen-Muradian. Diese sollten rund um den City-Bereich gelegen sein, und zwar unmittelbar an Taxiständen, am besten an solchen in der Nähe von Stadtbahnhaltestellen. Dort ist laut den Grünen der für die Taxiversorgung gewünschte Gleichstrom verfügbar und die Nähe reduziert den Aufwand für die Schnell-Ladesäulen. Denkbare Standorte für Schnell-Ladesäulen könnten z. B. sein: Moltkeplatz, Isernhagener Straße 20 bei HalloTaxi, Noltemeyerbrücke, Vier Grenzen, Kantplatz, Messegelände, Küchengarten.

Bestehende Erfahrungen sollten genutzt werden, z. B. Elektro-Taxis in Stuttgart im Rahmen des Forschungsprogramms Schaufenster Elektromobilität. Dort waren unter anderem folgende Erkenntnisse wichtig: Schnell-Ladesäulen für Taxis am Taxistand für gute Tagesreichweiten, wirtschaftlich gute Stromtarife.

Bezüglich des VW-ID hat auch die Stadt Mailand Interesse, genau dieses Modell ab 2020 als E-Taxi zu nutzen.

Über ein Pilotprojekt im Bereich E-Taxi hinaus sollte auch geprüft werden, wieweit ein E-Mietwagenpaket machbar ist (z. B. Mietwagen für SelbstfahrerInnen im Bereich Carsharing).

Fördermittel sind einzuwerben, z. B. aus dem Bundesförderprogramm für Ladeinfrastruktur (seit ca. März 2017), aus Fördermitteln des Landes Nds. für Infrastruktur für Alternative Antriebe.

Ziel soll sein, dass die Landeshauptstadt Hannover zur Qualitätstest-Stadt für E-Mobilität im Bereich E-Taxis und Mietwagen wird.

„Wir haben unseren Partnerinnen SPD und FDP unseren Antragsentwurf zukommen lassen und würden uns freuen, wenn wir uns gemeinsam auf diesen Antrag einigen könnten!“, sagt Dr. Clausen-Muradian.

Hintergrund:

Pressegespräch zum Thema Pilotprojekt E-Taxis für Hannover am Dienstag 16. Mai 2017,14.00 Uhr im Grünen Zentrum, Senior-Blumenberg-Gang 1, Hannover.

Es informieren über das Thema und stehen für Fragen zur Verfügung:
Dr. Clausen-Muradian, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion
Michael Frenzel, FG-Vorsitzender Taxi und Mietwagen im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen e.V. (GVN) - Bezirksgruppe Hannover
Wolfgang Pettau, Stellvertretender FG-Vorsitzender Taxi und Mietwagen im GVN e. V. und Geschäftsführer der Hallo Taxi 3811 GmbH
Herr Heinrich Jacobi, Geschäftsführer Gessner & Jacobi GmbH & Co. KG.