Öffentliche Veranstaltung der Grünen Ratsfraktion "Hunde in der Stadt - mit oder ohne Leine?" am 03.08.2010

  • Veröffentlicht am: 29. Juli 2010 - 12:24
Das Podium

Dette: "Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es einen großen Informationsbedarf zum Miteinander von HundehalterInnen und Nicht-HundehalterInnen in Hannover gibt!"

Auf Einladung der Grünen Ratsfraktion diskutierten ExpertInnen in der öffentlichen Veranstaltung mit dem sich engagiert beteiligenden Publikum, über das alltägliche Konfliktthema Anleinen oder Nichtanleinen von Hunden, bei dem sich zwei sehr unterschiedliche Interessensgruppen gegenüberstehen: Die einen möchten ihren Hund ohne Leine frei Laufen lassen und empfinden dies als tiergerecht. Die anderen haben Angst vor Übergriffen durch frei laufende Hunde.

"Für uns Grüne wurde dabei in der Veranstaltung deutlich, dass es zwar einerseits in Hannover sehr differenzierte Regelungen zum Umgang mit Hunden in den Freiräumen der Stadt gibt, die vom absoluten Hundeverbot z.B. auf Spielplätzen und Friedhöfen, über die generelle Anleinpflicht im Stadtbezirk Mitte und im Umkreis von Kitas und Schulen und die zeitlich begrenzte Anleinpflicht während der Brut- und Aufzuchtzeit vom 01.04.-15.07. in Wäldern und in der freien Landschaft bis zu den speziellen Hundeauslaufflächen reichen, die im gesamten Stadtgebiet verteilt und ausgeschildert sind," erklärt Michael Dette, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion, der die Veranstaltung moderierte, "es jedoch dennoch im Alltag immer wieder zu Spannungen zwischen HundehalterInnen und Nicht-HundehalterInnen kommt." Auch nach den Erfahrungen der städtischen Parkranger, deren Aufgabe es ist, auf den Grünflächen und Spielplätzen präsent zu sein um etwaige Konflikte zu schlichten, liegt ein zentraler Konfliktschwerpunkt in öffentlichen Grünflächen im Nichtanleinen von Hunden und beim Hundekot - in gut einem Drittel der Konflikte ging es um Hunde bzw. HundehalterInnen.

"Mit den TeilnehmerInnen der Diskussion stimmen wir überein, dass das Problem dabei nicht bei den Hunden liegt, sondern "am oberen Ende der Leine" bei den HundehalterInnen, denen es teilweise an der nötigen Sachkunde fehlt. Ein verbindlicher Sachkundenachweis für alle HundebesitzerInnen, wie auch von der grünen Landtagsfraktion in der Diskussion um die Neufassung des Nds. Hundegesetzes gefordert, könnte hier Abhilfe schaffen", so Dette.

Dette: "Aber auch die Bedürfnisse der HundehalterInnen und insbesondere der Hunde nach Flächen für den freien Auslauf sind anzuerkennen, so dass möglicherweise darüber nachgedacht werden muss, die bereits von der Stadt ausgewiesenen Hundeauslaufflächen zu vergrößern bzw. weitere Flächen auszuweisen. Für ein faires Miteinander von HundehalterInnen und Nicht-HundehalterInnen in Hannover ist jedoch vor allem mehr gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis notwendig. Voraussetzung dafür ist allerdings häufig mehr Information. Das hier Bedarf besteht, hat das Interesse an unserer Veranstaltung gezeigt."

Hintergrund:

Am Dienstag, den 3. August 2010, hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Landeshauptstadt Hannover im Hodlersaal des Neuen Rathauses eine öffentliche Veranstaltung zum Thema "Hunde in der Stadt - mit oder ohne Leine?" durchgeführt. Referate zum Thema wurden von Ute Watts, Fachbereich Recht und Ordnung der Landeshauptstadt Hannover, Stefan Bauschke, Parkranger beim Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt, Dr. Willa Bohnet, Institut für Tierschutz und Verhalten der TiHo Hannover und Christian Meyer MdL, Tierschutzpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, gehalten.